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24.4.11 18:35


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End"spurt"

Es tut mir Leid, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe, aber die letzten Tage gab es kein Internet oder ich war einfach zu muede...

Das Wetter ist der hammer! Hier in Portomarin ist es  warm aber windig und man kann den Fluss sehen, viele kleine bars und restaurants - perfekt. Auch die Herberge hat eine supermoderne kueche, riesig - aber mit nichts drin -.- also wirklich nichts!! keine Toepfe oder besteck oder Teller :D

In den letzten Tagen haben wir endlich mal wieder Abwechslung gehabt, was die Natur anging. Die Etappen um dem Cruz de Ferro waren wunderschoen. Einer der schoensten Wege ueberhaupt. Aber dadurch, dass es so warm war und immernoch ist, ist es auch sehr anstrengend. Den O Cebreiro haben wir auch bezwungen! Eigentlich wollten manu und ich, wir haben die letzten tage immer zusammen verbracht, natuerlich NICHT den laengeren, schoeneren weg gehen, aber wir haben nicht aufgepasst und so mussten wir doch mehr kilometer wandern. Aber wir hatten glueck, denn sobald wir ankamen, fing es an zu gewittern!

Von Vero haben Nina und ich uns auch verabschiedet. Natuerlich mit Churros, zaehflluessiger Schokolade und saft zum fruehstueck. morgen ist die Beerdigung und ma Dienstag kommt sie wieder und beendet den camino!

Jetzt, wo es nur noch 100km bis nach Santiago sind, wandern unheimlich viele Pilger auf den Wegen. Allerdings sieht man sofort, wer schon laenger und wer gerade anfaengt zu wandern. da haben welche echt n Foehn dabei!!!  Unsere Gruppe, die nur noch teilweise besteht - der feste Kern halt - wird auch langsam wehmuetig. Wir wandern nur noch um 20-24km am Tag und alle sidn so langsam. jeder hat seine eigenen Plaene nach Santiago. Manu faehrt mit ihrem freund nach Finisterre und wir anderen werden wahrscjheinlich das gleiche tun, allerdings wandern wir. Danach trennen sich dann die Wege...Wir laufen zwar getrennt, aber abends sitzen wir doch alle wieder zusammen, essen, trinken und reden. Und abends liegt man im bett und will nicht, dass der weg aufhoert. Weil es so wunderbar ist, mit so wenig auszukommen und so viele neue Staedte und Landschaften zu sehen und so viele individuelle Menschen kennenzulernen...Aber es sind ja noch ein paar tage

Das wird wahrscheinlich vorerstmein letzter Eintrag sein...wie erwaenht, kaum eine Herberge hat Internet...

die allerliebsten gruesse, besos y abrazos

P.S: Nein, keine Sorge, ich esse keine Gurken...

PP.S: danke Papa, wir haben deins UND eins von Schiller vorgetragen und durften trotzdem nicht kostenlos da schlafen, obwohl es so in der hausordnung steht!!!

 

27.5.11 16:55


Trennung

Wo soll ich anfangen? Das Wandern war in letzter Zeit nicht so schoen...nicht, weil es koerperlich so anstrengend ist, sondern, weil es staendig wege neben der Strasse gibt und die Natur nicht wirklich vielseitig ist. Aber heute hat sich das endlich geaendert! Heute sind bin ich von Hosptal de Orbigos bis nach Astorga gewandert und zum Glueck habe ich die laengere Route genommen, denn es war so wunderschoen - unglaublich! Endlich wieder nur Natur! Und endlich geht es auch wieder ein bisschen mehr bergauf und bergab! Das hat mir gefehlt! Bald kommen wir auch schon zum Curz de Ferro, dann werde ich ein paar Gramm los, weil ich meinen Stein dann ablege
Leon war uebrigens toll! Die Kathedrale ist riesig und einen Besuch wert. Die erste nacht haben wir 3 Maedels wieder in einem hotel uebernachtet, so dass wir abends mit allen losziehen konnten. Also gab es Sangria und natuerlich Tapas, die immer dazu gereicht werden. Spaeter haben wir noch in einer Bar mit Live-Musik - ein spanischer Bob Marley hat gesungen - getanzt und konnten am Morgen laaaaaaaaaaaange ausschlafen. Ohne Geschnarche oder Laerm!! Und wir waren natuerlich shoppen, ich sehe jetzt halbwegs wieder normal aus Nach leon haben Vero, Nina und ich aber beschlossen uns zu trennen, um wieder neue Leute kennenzulernen und ein bisschen fuer uns zu sein und uns danna ber spaeter wieder zu treffen. Also sind wir getrennt losgegangen. Nina war langsamer, weil sie Probleme mit dem bein hat, Vero total schnell und ich war in der Mitte. Als ich mich dann aber mal wieder verirrt habe und den falschen Weg zurueckgelaufen bin, hab ich natuerlich Nina wieder getroffen. Also haben wir zusammen Pause gemacht und ich bin alleine weitergelaufen. In der Herberge, in der ich nach 32km dann muede eintrat, lief mir eine weinende Vero entgegen. Ihr Grossvater ist gestorben und das bedeutet, dass sie in 2 oder 3 Tagen zurueck nach Kanada zur Beerdigung muss. Danach kommt sie wieder, beendet den Camino und geht dann zu ihrer Hostfamilz nach Barcelona. Heute sind wir den Tag wieder zuzammen gestartet und haben extra hier in Astorga auf alle anderen gewartet, damit sie sich von allen verabschieden kann Also wird heute abend wieder um die Wette gekocht, Wein getrunken, aber leider nicht gesungen, weil Tom weitergezogen ist. Wir haben ihm uebrigens eine neue, spanische Gitarre in leon gekauft!!!
Heute auf dem Weg gab es einen Stand von David, einem Spanier, der sort sein "Paradies" hat. Das ist ein Stand, mit Fairtrade- und regionalen produkten. Man konnte essen und trinken, was man wollte, und danach einfach Spenden geben. Denn davids Motto ist: Das wahre Glueck des Lebens, ist das Schenken, Geben und die Freude des anderen. Super! Es gab Fruechte, Chaitee, EarlGrey... (TEE!!! sonst haben die hier nur roten und krauutertee), Sojamilch, normale Milch, Ananas-, Orangen-, Pfirsich-, Apfelsaft, selbstgemachten Kuchen, Brot ohne irgendwelche Kulturen, Nuesse, getrocknete Fruechte - alles! Und das beste ist, er hat hier in der Stadt seinen eigenen laden Da gehe ich gleich erstmal hin! Das schoene an dem Stand war aber, dass man geben konnte, was man wollte. David war so nett und authentisch, wir konnten seine Arbeit und seine Freude am Helfen wirklich wertschaetzen! Viele konnten das nicht! Manche sind einfach vorbei gekommen, haben sich bedient und haben nichts gegeben! Furchtbar! Das ist die andere Seite des Camino. Hier sind so viele Menschen auf dem Camino. Und viele verhalten sich wie Touristen und beschweren sich und verlangen Dinge. Denen ist nicht bewusst, dass sie fur 6 Euro ein bett, eine Dusche, Toilette, manchmal Fruehstueck, ein Dach ueber dem Kopf und eine Kueche bekommen! Manchmal muss man auch nur Spenden geben. Fuer sie ist es einfach nur eine preiswerte Art Urlaub zu machen. Aber die meisten sind doch dankbar und verhalten sich auch so!
Gestern in der Herberge hatten Vero und ich auch Probleme mit einem alten, ekligen, deutschen Mann. Der Typ war echt unangehm und wollte immer Fotos mit uns machen. Als wir unfreundlich wurden ist er dann weggegangen, aber seine Fotos hat er trotzdem gemacht. Das ist schon der 2. deutsche, eklige Mann! Wenn ich ihn das naechste mal sehe, muss ich wohl seine Kamera ausversehen fallen lassen...Aber sonst ist hier alles sicher und angenehm.
Zeit zum Einkaufen

 

20.5.11 17:28


Menschen...

Also hier auf dem camino da trifft man ganz viele verschiedene Menschen...Menschen, mit denen man vorher nie geredet haette, Menschen, die einen beeindrucken und dann halt auch Menschen, die irgendwie komisch sind...
Letztens haben wir einen Daenen kennengelernt. Nachdem ich ihm erzaehlt habe, das mein Zeh wehtut, offenbarte er mir, dass er durch seine Reikikuenste, meien Fuss heilen koennte. Das hab ich mir nicht zwei mal sagen lassen und schon hatte er meinen Fuss in der Hand. Nach 5 Minuten war er fertig und, man kann sich drueber streiten, aber mein Schmerz war weg! Aber nur fuer ein paar Minuten! Allerdings nach 2 Tagen, also heute, ist mein Zeh schmerzlos! haha Allerdings ist der Daene schon seltsam, erzaehlt von uebersinnlichen Sachen und so.
Dann ist da noch ein Junge, den ich auch vor 2 Tagen kennengelernt habe. Er ist 14 und wandert zusammen mit einem anderen Jungen in seinem Alter und 2 Betreuern. Der Junge hat mich tatsaechlich mehrere Stunden meines Weges begleitet und zugequatscht! Denn eigentlich muss er fuer 3 Jahre ins Gefaengis. Das Jugendamt hat aber vorgeschlagen, dass er den Camino geht, um danach neu anzufangen. Das finde ich super! Aber man will sich nicht vorstellen, wass der Junge schon alles erlebt hat! Aufjedenfall war er unheimlich lieb, hat mit allen geredet, war hoeflich und aufmerksam und hat zum abschied jedem eine dicke Umarmung gegeben!
Aber genug von neuen Menschen! Unsere Gruppe hat sich leider etwas zerstreut, aber Nina, Vero, Julian und ich befinden uns ungefaehr in der Mitte! Und in Leon hoffen wir alle wiederzusehen. Wir wollen Tom eine neue Gitarre kaufen, weil seine kaputt gegangen ist :/
Ich habe uebrigens noch etwas verloren!!!! Und ich bin nicht Schuld! Irgendjemand hat meine Unterhose geklaut!! Da hab ich meine Klamotten fein sauberlich mit der Hand gewaschen, aufgehangen und am naechsten Tag fehlt einfach meine Unterhose! Aber gut...mein top, dass ich auf den Baum gehaengt hatte, war auch schwer mitgenommen! Eine Schnecke hat eine dicke Schleimspur darauf hinterlassen und so hab ich mein Top also nochmal gewaschen und auf meinem Rucksack trocknen lassen!

Mit dem Wetter haben wir  wieder Glueck! Es sollte eigentlich stark stuermen und wir mussten 18km, ohne einen Ort dazwischen, durch die Meseta wandern. Aber es hat nicht geregnet
Gestern haben wir in einer Herberge, die sich nur durch Spenden finanziert, uebernachtet. Das war super! Alles aus Holz, sehr alt, eine Dusche und Toilette fuer 20 Frauen, und wir haben am Abend alle zusammen gekocht. Naja fast...zumindest die Frauen!! Aber das Essen war gut. Nachdem bestimmt wurde, dass die Maenner abraeumen, und die Frauen abspuelen, mussten alle Maenner aus dem Essenszimmer raus und der Hostelvater hat eine kleine Ansprache an uns Damen gehalten. "This is not, because you cooked or you did the dishes! You are the soul of humanity", warum weiss ich auch nicht so ganz, aber zur Belohnung gab es Eis mit Schokolade...nur fuer uns Frauen :D Am naechsten Morgen wurden wir mit dramatischer, klassischer Musik geweckt.
Auf dem Weg nach Marsilla de las Mulas, da wo ich gerade bin, wollte ich eigentlich eine leckere Tortilla zum Fruehstueck essen, aber leider gab es keine. Also haben wieder alle Pilger zusammen geschmissen und so gab es Baguette, Kaese, Tomate und Avocado und diese komische Salsasosse, die ich schon die ganze Zeit mit mir rumtrage. Das war lecker! Ich weiss ich rede viel zu viel ueber das Essen hier, aber es ist einfach fantastisch und nicht teuer! Und ich esse hier nur Kaese!!! Ein Traum!! Und die Orangen und Erdbeeren sind so gut!!
Sop, das wars erstmal wieder. Wir kochen gleich alle fuer Michelle, Niko und Francois, weil die uns immer alles ausgeben und unsere Fuesse massieren

Die allerliebsten Gruesse

P.S: Morgen sind wir in Leon, das heisst ca 2/3 des Weges bis nach Sabtiago sind geschafft

16.5.11 16:46


Pause!

Oh mein Gott, jetzt bin ich ganz gluecklich, dass ihr mir alle schreibt

Dabei hab ich jetzt so lange auf mich warten lassen!!!
Dass Borussia Meister ist hat mir Mama schon mitgeteilt :D Da haben wir deutschen - und das sind viele - erst mal drauf angestossen

Im Moment bin ich gerade in Burgos! Wir sind gestern ungefaehr 35km gewandert und haben dann in einem Hotel geschlafen! das war purer Luxus!!!! Wir 3 Maedels, Nina, Hollaenderin, und Vero, Kanadierin, und ich. In einem Raum, mit einem EIGENEN BAD! Wir haben heute bis 10Uhr geschlafen und muessen heute das erste mal seitdem ich weg bin, nicht wandern. Wir kamen gestern so spaet an, dass wir beschlossen haben einen tag Pause zu machen, um Burgos anzugucken! Und das lohnt sich! Die Kathedrale ist so riesig, wunderschoen und es gibt so viele Museen und Plaetze. Einfach wunderbar. Aber heute schlafen wir wieder in der albuerge municipal - wo es keine herdplatten gibt -.- bloed, weil wir schon Eier fur Omelette gekauft haben, aber egal!!!
Der gestrige Abend war richtig schoen. Wir haben im Hotel eingechekt, nur 15 Euro die Nacht, haben geduscht, und haben uns dann spater mit allen am plaza Mayor getroffen. Sangria getrunken - dazu bekommt man hier gratis pizza dazu!! - und sind durch die Bars gezogen. ich habe hier den besten Mojito meines Lebens getrunken!!!! Gegen halb 2 sind wir allerdings schlafen gegangen.

Das Leben hier auf dem Camino ist insgesamt einfach wunderbar! Es scheint als waere das hier eine viel bessere Welt. Wie jemand gesagt hat: "hier wird man aufs Menschsein reduziert!" und das ist wahr! Jeder freut sich den anderen am Abend wieder zu sehen, man teilt alles, essen, medikamente, Kleidung und jeder hilft einander! Und das schoenste ist, dass wir hier eine richtig tolle gruppse geworden sind. Oder wie auch die receptionista in Sto. Domingo de la Calzada gesagt hat, eine grosse internationale Familie! Dazu gehoeren die beiden Italiener, Teo und Simone, Nina, Vero, die Koreaner Samo und Bac, Stassys aus littauen (bitte beachtet nicht meine rechtschreibung -.-), Tom aus Holland, Nico aus Belgien und es werden immer mehr.
Samo hat es schliesslich auch geschafft uns einzuholen, so dass ich meine Stoecke wieder bekommen habe! Bac wurde krank, hat uns aber auch wieder eingeholt. Stassys war verschollen und und und, aber in Sto. Domingo haben wir uns alle wieder getroffen und das war einer der besten Abende uberhaupt!!! Wir haben Die Kathedrale angeguckt, aber der dumme hahn hat natuerlich nicht gekraeht als ich hereinkam - das soll Glueck bringen... und abends haben wir zusammen gekocht. Mit Schokofondue und frischen Fruechten, Pasta und koreanischer Suppe. Und wie jeden Abend gab es Wein und tom hat Gitarre gespielt. Hier gibt es so begabte saenger oO Aber ich hab viele Videos gemacht! Es war so beeindruckend, denn das ganze Hostel hat mitgemacht und dadurch "durften" wir sogar laenger aufbleibel ans 22Uhr :D Weil unsere kleidung noch draussen war, sind wie Maedels danach noch raus gegangen, und sind dabei in eine offizielle Veranstaltung der Pilgerherberge gestossen. Da sie grade zu Ende ging, das uns die nette Dame dazu eingeladen, das Buffet leer zu essen und so gab es noch original Tapas Allerdings hat der Zeitungsheini Fotos gemacht -.- ich hoffe das kommt jetzt nicht in die Zeitung!!!

In Nájera hat uns nico gezeigt, wie man richtig massiert! Er hat fuer mehrere jahre mit den moenchen zusammen gelebt und demnaechst zeigt er uns noch wie man meditiert!

Auf dem Weg nach Belorado hatten wir dann unseren ersten Sturm! Von wegen Engel...aber auf dem camino ist das immer so: man geht los und am Anfang hab ich nicht so richtig Lust, aber dann passiert jedes mal etwas, was einen wieder gluecklich macht. In diesem fall war es der regen! Wir haben alle unsere Regencapes angezogen und sahen so bloed aus! Aber es war einfach nur lustig, wir haben angefangen musik zu hoeren, sind mehr getanzt als gewandert, haben unseren eigenen Song geschrieben...der allerdings nur exakt eine Zeile hat...aber das war super.

Also mir gehts hier sehr gut Hier sind unheimlich tolle leute, wir machen ganz viele fotos und Videos, aber ich wuenschte ihr koenntet das alles miterleben! Denn alles ist so beeindruckend! Vorallem war unsere fuesse und Beine hier alles leisten. Mitlerweile ist es kein problem mehr 25km zu wandern oder wie gestern 30. Es ist anstrengend und macht muede, aber es ist nicht mehr so sehr mit schmerzen verbunden, wie am anfang!!

Das einzig doofe hier ist, dass ich IMMER irgendwas vergesse -.- ich habe bis jetzt meine zahnputzsachen vergessen. danach mein bikinioberteil - na guuuuut, dann muss ich mir halt einen neuen kaufen - und mein sporttop! Das aergert mich! Weil das so gut war!!! Das ist ganz schnell getrocknet...

Bis bald :**

 

P.S: "Red Red Whine" von Bob Marley ist zur Zeit der Soundtrack des caminos

P.P.S: Wieso war ich in Bad Meinberg??? und ich freu mich auf eure WG!!

10.5.11 14:47


"Wenn Engel unterwegs sind, ist der Himmer gnaedig"

Gerade befinde ich mich in der Herberge von Estellas!
Estellas in ein kleines Staedtchen mit 13.000 Einwohnern, die alle dann Siesta machen, wenn ich Hunger habe! Das fuehrt dazu, dass mein Mittagessen heute aus einem kitkat und Pistazien bestand! Aber jetzt gerade ist Bac am Kochen!

Seit Zubiri bin ich eigentlich immer mit den gleichen Leuten unterwegs. Man wandert zwar oefters alleine, aber am Abend trifft man sich wieder, kocht zusammen, teilt das essen und redet. Zumindest wir juengeren (das bedeutet alle unter 30!!!)
In Zubiri hat eine Koreanerin fuer uns gekocht, das war sehr lecker! Da habe ich auch den koreaner wieder getroffen, Bac. Mitlerweile sind es aber schon 3 Koreaner geworden - Sam-o und Nuyo noch dazu. Alle sehr lieb und vorallem witzig. Allerdings hat sam-o Schwierigkeiten mit seinem Knie, also habe ich ihm heute meine Wander-Stoecke gegeben und jetzt ist er verschollen -.- das ist schlecht, weil mein knie gerade anfaengt wehzutun. Aber wahrscheinlich sehe ich ihn spaeter sowieso wieder
Die Wanderungen sind eigentlich sehr gut zu ertragen. Die letzten 5 Kilometer sind immer die schlimmsten, weil mir die Fuesse immer wehtun, aber sonst habe ich keine Probleme waehrend des wanderns. Das einzig schlimme ist, sich nach dem duschen zu bewegen. gestern konnte ich meine Fuesse kaum mehr bewegen und bin nur komisch rumgehamplet, aber so geht es den anderen zum Glueck auch :D Am naechsten Morgen ist alles wieder besser und es geht weiter.

In Pamplona war sehr schoen. Mit Santiago (haha, der Mexikaner wandert sogar bis nach Santiago) haben wir die Kathedrale und Museen angeguckt und abends noch zusammen gekocht. Wir wurden immer mehr und schlie'lich waren wir eine ganz gemischte Gruppe. Auch in Puente la reina waren wir alle wieder zusammen und der Abend war richtig toll! Wir sassen draussen unter einem Baum, Tom der Hollaender hat Gitarre gespielt, zwei spanische Hippies haben Yoga gemacht - und nebenbei irgendetwas geraucht - und Bac hat gesungen. Allerdings mussten wir frueh wieder rein, weil die meisten herbergen schon um 22Uhr schliessen. gestern hab ich auch fuer alle gekocht. eigentlich wollten wir nur zu 4 essen, aber wir hatten so viel, dass alle anderen auch noch davon essen koennen. deswegen ist Bac jetyt dran mit kochen. Allerdings wollte er mir weiss machen, dass er aus 2 Kartoffeln und einer Zwiebel eine Suppe machen kann, aus der ich satt werde! Daraufhin wollten Adi, eine Israelin, und ich dann doch selbst kochen. Also gibt es jetzt Bacs komische Suppe mit Salat und Kaese und Bohnen. Man darf gespannt sein

Mitlerweile fuehle ich mich uebrigins auch mutig genug, die Kuehe zu streicheln...und alles andere, was mir begegnet auch. Zum Beispiel Praline. Praline ist eine kleine eseldame, die alles fuer ihren Besitzer tragen muss. Sie ist auch die einzige, die langsamer ist als ich, wenn es bergab geht! Es gibt huier sowieso relativ viele Tiere. Die meisten haben Hunde und gehen auch vernuenfitg mit ihnen um, aber manchmal sieht man auch Weiden mit Pferden und Hunden, die angebunden sind, und keinen Schatten oder Wasser haben. Das ist schrecklich :/

Achja und das Wetter war bisher perfekt! Immer wenn es galt Berge zu erklimmen, war es bewoelkt und ansonsten schoen sonnig. Obwohl Regen angesagt wurde, gab es keinen, ausser jetzt gerade, aber nur ganz wenig. Eine Pilgerin aus Deutschland hat mir dazu gesagt: "Wenn Engel unterwegs sind, ist der Himmel gnaedig" Ich hoffe das bleibt auch noch lange so

So, Zeit zu Essen! Morgen esse ich wieder was vernueftiges!!!


P.S: Ich fuerchte meine weissen Schuhe muessen bald dran glauben...und vll die Fleecejacke...aber dann schick ich es nach hause! :**

2.5.11 18:05


Huntto und Roncesvalles

mein Rucksack ist so schwer -.- ich hab bestimmt den groessten und schwersten von allen!!!! Naja, ganz so ist es nicht, aber ein paar Kilos weniger waeren schon schoen!

Die Nacht auf dem Flughafen in Rotterdam war grauenhaft! ich hatte erst Angst, dass der ueber Nacht ueberhaupt nicht auf hat, aber zum Glueck hat mir die Frau versichert, dass dem nicht so ist. Von genau 9 unglaublich unbequemen Plastik-Stuehlen, habe ich mir 3 ergattert und versucht darauf zu schlafen. Das muss allerdings so mitleiderregend ausgesehen haben, dass mir eine Famile sogar angeboten hat, mich mit zu nehmen und mich am naechsten tag wieder herzubringen. Aber irgendwie habe ich die Nacht auch so ueberstanden...

Die Zugfahrt von Bayonne nach St Jean Pied de Port war richtig schoen. Tolle Landschaft!
Nachdem ich dann allen anderen Pilgern vom Zug einfach nachgelaufen bin, machte irgendwann ein Tuer auf, in der uns mehrere Helfer in Empfang nahmen, uns den ersten Stempel gaben und mit uns besprochen haben, wie unsere naechste Route aussieht. Das war sehr hilfreich! Also hab ich mir meine Muschel abgeholt und bin die ersten 5km nach Huntto gelaufen. Mein Gott war das steil! ich war froh, dass ich nicht noch weiter laufen musste. Aber dort angekommen, war die Aussicht einfach nur beeindruckend! Ueberall Berge, Bauume, Tiere! Alles war sehr sauber und ich habe mit 5 anderen in einem 6er Zimmer geschlafen. beim Abendessen sassen alle Gaeste, Hotelgaeste und Pilger, an einem Tisch und es wurde meist franzoesisch geredet, aber gluecklicherweise konnte mir eine Schweitzerin alles uebersetzen. Das Abendessen war fantastisch!!! Es gab: Gemuesesuppe, Baguette, Omelette, Bratkartoffeln, Fleisch, Salat und zum Nachtisch baskischen kuchen. Und dazu noch so viel Wein, wie man wollte! da hab ich natuelich zugegriffen und einen unheimlich suessen aber leckeren Weisswein getrunken und einen Rotwein. Am naechsten morgen gab es noch etwas Baguette und marmelade. Da eine franzoesische Studentin noch ein Video fuer ihr Architekturstudium drehen wollte, hab ich das noch mit ihr gemacht und schon ging es weiter...bergauf!!!

Und zwar nur bergauf!! Und das war nicht so wie beim Velmerstot (wie wird das geschrieben???), nein! das war noch schlimmer! Aber zum Glueck nur ein paar kilometer, dann kamen nur noch leichte Berge...irgendwann wurde es dann richtig windig und nebelig, dass man keine 50m mehr weit sehen konnte. Daher sah ich mich ploetzlich mit einer kuhherde konfrontiert an der ich tollkuehn vorbei gelaufen bin. Aber die Schlagstoecke waren bereit! Zum Glueck hat mir keins dieser Tiere was getan! Spaeter kamen mir auch noch Pferde und Schafe entgegen! An der Grenze zu Spanien wurde der Nebel dann auch weniger und der Wind war nicht mehr so stark, was das Gehen erleichterte. ich war ueberrascht, als der Berg so schnell erklommen war und ich nur noch bergab laufen musste. ich hatte mir das irgendwie schlimmer vorgestellt, aber dadurch, dass es nicht so warm war, war das Wandern auch viel leichter...Bergab war allerdings ein Problem! Das ist viel anstrengender als Bergauf! und es ging mehrere Kilometer bergab! Aber irgendwann gegen halb 2 bin ich dann angekommen in Roncevalles. Das "oertchen" hat genau 2 restaurants, eine Kirche und ein Hotel und eine Herberge fuer die pilger. oder 2? Ich bin aufjedenfall in einem sehr modernem Gebauude. Jeweils 2 Hochbetten stehen nebeneinander, es gibt duschen und waschmaschinen und eben auch Internet! Gerade habe ich mit einem koreaner zusammen gegessen - Sophia du wuerdest ihn lieben! - und gleich gibt es hier eine Pilgermesse. Um 22 uhr wird hier geschlafen und um 6 wieder aufgestanden!

Die allerliebsten gruesse aus Spanien!

P.S: Mama, ich habe Fotos von irgendwelchen Pflanzen gemacht! Ab jetzt traue ich mich auch bei uns allein durch den Wald!

28.4.11 17:10


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